
Zeige die Figur, benenne sie, frage nach Eigenschaften, lasse dein Kind ergänzen. Wiederhole zentrale Wörter in kleinen Variationen. Nutze Gegensätze wie groß und klein, nah und fern, schnell und langsam. So verankern sich Begriffe körperlich und klanglich. Erzähle nicht zu viel, sondern gib Raum, damit Kinder eigene Sätze finden. Ein kurzer, liebevoller Kommentar genügt, um Mut zu machen. Sprache wächst langsam, aber sicher, wenn sie in warmes Ritual und sanfte Aufmerksamkeit eingebettet ist.

Setze einen klaren Beginn und ein ruhiges Ende, dazwischen bleibt Platz für spontane Ideen. Biete zwei Requisiten zur Auswahl, stelle eine einfache Frage, und beobachte, wohin die Reise geht. Kein Richtig, kein Falsch, nur gemeinsames Entdecken. Wenn Energie steigt, atme zusammen, verlangsamt die Bewegungen, flüstert die nächsten Sätze. So lernen Kinder, Impulse zu regulieren, ohne die Freude zu verlieren. Kreativität gedeiht, wenn sie sicher gehalten und liebevoll begleitet wird.

Rituale schaffen Gemeinsamkeit. Wenn eine Figur jeden Abend „Gute Nacht“ sagt, wird sie zum vertrauten Boten von Zuwendung. Halte Blickkontakt, selbst durch die Schatten hindurch, und berühre sanft die Schulter beim letzten Satz. Diese feinen Signale verankern Sicherheit im Körper. Gerade nach bewegten Tagen beruhigt ein vorhersehbarer Ablauf. Nähe muss nicht laut sein; sie zeigt sich in ruhiger Präsenz, im geteilten Staunen und im Lächeln, das noch bleibt, wenn das Licht bereits erlischt.
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